"Tu nichts Böses" ist das offizielle Schlusswort im Google-Vertrag. Ob die Kalifornierer wirklich nur Gutes im Schilde führen, darüber lässt sich freilich diskutieren. Fakt ist auf alle Fälle, dass Google auch auf dem Handyparkett schon sehr bald das Zepter in der Hand halten möchte. Bestes Indiz dafür: Das Betriebssystem Android ist komplett offen und das erste, bei T-Mobile exklusiv erhältliche Smartphone G1 hat kein SIM Lock. Der optimale Nährboden also, um sich schnell auszubreiten. Abgesehen vom leicht nach vorn geknickten Tastaturblock sieht das von HTC gefertigte G1 recht unscheinbar aus. Einzige dezente Innovation: Die Frontseite klappt mit einem leichten Seitenschwung nach oben und gibt so eine QWERTZ-Tastatur frei.
Dolle Downloads
Die Ausstattung des G1 ist ein Sonderfall, denn viele Standardfunktionen wie ein Diktiergerät oder ein Videorekorder sind nicht ab Werk vorhanden. Erst wenn man dem Online-Shop "Market" einem Besuch abstattet, lassen sich diese und zahllose andere Applikationen unkompliziert und weitestgehend kostenlos herunterladen. Der Haken an der Sache: Die Kommunikation mit Market sowie einigen anderen Grundfunktionen gelingt nur über einen eigenen Google-Account. So, so - "tut nichts Böses"... Neben dieser fragwürdigen Politik stört zudem der Umstand, dass der Outlook-Abgleich derzeit nur über Umwege gelingt. Eine entsprechende Software ist aber bestimmt bereits in der Mache. Ansonsten gefällt das breit aufgestellte Inventar durch zeitgemäßen Komfort. Dank HSDPA/HSUPA sind sogar Uploads mit bis zu 2 MB/2 möglich; und im Gegensatz zum iPhone gibt es einen microSD-Speicherkarten-Slot.
Interface-Quartett
Geräumiger Touchscreen, eine fingerfreundliche QWERTZ-Tastatur sowie als Bonbon noch ein Trackball obendrauf. Durch dieses ausgereifte Trio ist der Nutzer für jeden Anwendungsbereich bestens gerüstet. Hinzu kommt das überaus gelungene Betriebssystem Android. Das lässt sich spielend einfach personalisieren, ist angenehm flott und reagiert auch auf Gesten. Bärenstark ist vor allem der schnelle Internet-Browser, der das WWW absolut portabel macht, da nahezu alle Seiten 1:1 dargestellt werden. Mit Hilfe des Trackballs lassen sich ferner auch kleinere Menüpunkte pixelgenau anvisieren. Übrigens: Auch Zwei-Finger-Eingaben (Multitouch) beherrscht das G1. Allerdings ist diese Funktion deaktiviert, da Apple jüngst das Patent dafür erhalten hat.
Flinke Finger
Das Zusammenspiel aus Qualcomm-Prozessor und Android sorgt für eine flotte Performance. Leider gibt es derzeit noch kaum ausgereifte Handy-Games, die das ausspielen. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis Gameloft & Co. sich ausgiebig dem Android-Betriebssystem widmen werden. Zur Technik: Mit einer Rufbereitschaft von drei bis maximal fünf Tagen ist das G1 für den normalen Einsatz gut aufgestellt. Zumindest im E-Frequenzband ist die Empfangsleistung zudem absolut in Ordnung. Im D-Netz ist der Empfang hingegen "nur" Großstadt-tauglich. Die Verständigung mit dem G1 klappt zu guter Letzt nahezu reibungslos. Lediglich eine metallische Stimmeinfärbung fällt dezent negativ auf.
[VT] 30.01.2009
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