Über 10 Millionen Mal hat LG das Chocolate Phone weltweit verkauft. Ein echter Bestseller also, der die Firma auch auf dem europäischen Handyparkett erfolgreich machte. Grund genug also, endlich einen Nachfolger zu präsentieren. Während LG optisch an den bewährten Zutaten (Klavierlack & Sensortasten) festhielt, wurde das Inventar zeitgemäß aufgepeppt. Eine qualitativ mäßige 5-Megapixel-Kamera, Stereo-Bluetooth, microSD-Wechselspeicher, HSDPA mit bis zu 3,6 Mbit/s sowie alle wichtigen Organizer-Funktionen stecken unter der Haube. Insgesamt eine ordentliche Vorstellung also, die aber keinen Überraschungsmoment oder gar Luxus bietet.
Sensible Sensoren
Markant für das neue Chocolate Phone sind die Sensortasten zur Steuerung des Sliders. Die reagieren äußerst flink und präzise, was allerdings in der Hektik des Alltags auch schell zu ungewollten Eingaben führen kann. Zum Zocken von Action-Games sind die Sensortastenfelder ebenfalls nicht geeignet, da man allzu schnell aus Versehen auf die umliegenden Steuertasten gelangt und so das Spiel aus Versehen abbricht. Ein ganz anderes Bild bei der Zahlentastatur: Die bietet einen geradezu vorbildlichen Druckpunkt und eine gelungene Ergonomie. Schnelles Simsen ist dadurch ein Klacks.
Technoklang
Kein Lichtblick ist das Display: Nach heutigen Maßstäben ist es durchschnittlich groß, und auch die Farbpalette und die Auflösung locken 2009 keinen Handyfreak mehr vom PC weg. Die Farbbrillanz ist dafür sehr ordentlich. Richtig traurig ist es um die Klangqualitäten bestellt. Ein Bassfundament fehlt nahezu völlig, tonal klingt alles sehr metallisch und bei hoher Lautstärke fängt es auch an zu scheppern – unschön!
Kein Gamer
Der Java-Benchmark-Test offenbart, dass das BL20 ohnehin nicht fürs mobile Spielen konzipiert wurde, denn mit Ach und Krach erzielt der Fernöstler hier die Schulnote 4. Die Akkuleistung stimmt einen dafür versöhnlich. Auch wenn man häufiger zum Slider greift, sind sechs volle Tage Rufbereitschaft kein Problem. Und der Empfang während dieser Zeit ist ausgesprochen gut. In allen Frequenzbändern sind steile Balken der Regelfall. Bei Telefonaten fällt die starke Rauschunterdrückung positiv wie negativ auf. Nebengeräusche werden zwar komplett eliminiert, doch Stimmen fehlt es dadurch an Natürlichkeit und nicht selten werden die letzten Silben verschluckt.
[VT] 11.11.2009
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