TV-Genuss via Handy: Das klingt nach einem Mega-Geschäft, doch leider tut sich in diesem Bereich nach wie vor viel zu wenig. Grund: Debitels Vorstoß mit dem koreanischen Erfolgsmodell DMB hatte keine Chance auf dem deutschen Markt und der Handheld-Ableger DVB-H ließen die Netzbetreiber wie eine heiße Kartoffel fallen, nachdem sie nicht den Lizenz-Zuschlag erhalten haben. Bleibt also nur noch das frei empfangbare DVB-T. Eine Technik, die zumindest in Ballungsräumen für einwandfreies, digitales Fernsehen sorgt. Mit dem KB770 hat LG nun das zweite TV-Handy herausgebracht, das optisch stark an das KV910 Renoir erinnert.
Fern-Seher
Wenige Tasten, dafür aber ein großer Touchscreen - ein klassisches PDA-Phone also. Einzige Besonderheit: Eine gut versteckte Antenne verwandelt das
KB770 schnell in einen digitalen TV-Empfänger. Das funktioniert dank des 16:9-Displayformats, einer Aufnahmefunktion sowie einer elektronischer Programmzeitschrift richtig komfortabel und qualitativ gut. Abseits von DVB-T wird gehobener Komfort geboten: Stereo-Bluetooth, HSDPA, Radio, viele Organizer-Funktionen sowie ein microSD-Speicherkarten-Slot. Letzteres befindet sich leider so ungünstig platziert, dass man zuvor den Akku entfernen muss. Angesichts von 50 MB Speicherplatz zur freien Verfügung sollte ohnehin über die Anschaffung einer Karte nachgedacht werden.
Nicht ganz ruckelfrei
Wie das iPhone lässt sich das
KB770 auch mit blanken Fingern bedienen. Leider klappt das nicht so gut beim Kalifornier. Beim Durchscrollen von Listen bleibt man nicht selten bei einem Menüpunkt hängen und teilweise sind die Tastenfelder für Fingereingaben zu klein geraten. Multitouch-Eingaben mit zwei Fingern sind ebenfalls nicht möglich. Kurzum: Apple hat hier nach wie vor mit seinen Geräten meilenweit die Nase vorn. Auch der Sound des
KB770 kann nicht so recht überzeugen. MP3-Songs klingen bei höherer Lautstärke angestrengt und sehr metallisch.
Top-Empfangsleistung
Wer mit dem
KB770 zocken möchte, muss auf speziell programmierte Java-Games zurückgreifen, deren Angebot aber sehr begrenzt ist. Telefonieren kann man mit dem
KB770 umso ausgiebiger, denn bei einer moderaten Nutzung sind volle sechs Tage Rufbereitschaft drin. Für einen UMTS-Funker mit einem XXL-Display eine tolle Performance! Stark ist auch die Empfangsleistung. Insbesondere im E-Frequenzband muss man sich schon in Grenzgebieten aufhalten, damit der Empfangsbalken in die Knie geht. Dass die Sprachqualität hingegen nicht so prickelnd ist, dürfte angesichts der allgemeinen Klangqualität nicht überraschend sein. Auch bei Telefonaten klingen Stimmen sehr metallisch, und Nebengeräusche sind auch keine Seltenheit.
[VT] 08.01.2009
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