Schwarze Slider-Modelle sind mittlerweile fast schon das Markenzeichen von LG. Das KC550 gehört zwar ebenfalls zu dieser Kategorie, doch das kantige Antlitz mit leichtem Retro-Touch sieht erfrischend anders aus. Über 120 Gramm bringt der Koreaner auf die Waage, was vor allem an dem Metallring und der mächtigen Kamera-Abdeckung aus gebürstetem Aluminium liegt. Apropos Kamera: Die knipst dank 5 Megapixel-Auflösung, Schneider-KREUZNACH-Objektiv und Autofokus hübsche Schnappschüsse. Noch spektakulärer ist der Camcorder geraten. Mit einer satten Auflösung von 720 x 480 Pixeln stellt er nämlich einen neuen Handykamera-Rekord auf. Die Clips lassen sich außerdem problemlos auf das TV-Gerät abspielen, und selbst DivX-Filme sind möglich. Abgesehen von Breitband-Datenbahnen ist das GSM-Gerät ansonsten zeitgemäß ausgestattet. Einziger größerer Schönheitsfehler: Die internen 15 MB sind ziemlich mager und eine microSD-Karte muss zusätzlich erworben werden.
Leichter Kraftakt
Das Joypadfeld ist recht groß und optisch hervorstechend. In der Disziplin Druckpunkt bietet es leider ein wenig zu viel des Guten. Denn auf Dauer ist das Joypad ein wenig zu schwerfällig geraten, sodass der Daumen Entspannungspausen benötigt. Die umliegenden Steuertasten liegen dafür ausreichend weit entfernt, wodurch sie im Eifer des Gefechts nicht aus Versehen gedrückt werden. Die Zahlentastatur ist im klassischen LG-Stil gehalten: Klare Anordnung, ausreichend groß und mit einem ordentlichen Tastenhub versehen.
Leuchtstark
Das Display des
KC550 macht mal wieder klar, wie groß die qualitativen Unterschiede sein können. Zwar bietet es keine TrueColor-Farbpalette, dafür aber ein überdurchschnittlich großes Format, QVGA-Auflösung und vor allem eine satte und brillante Widergabe. Dadurch werden Handygames richtig knallig in Szene gesetzt. Die Soundkulisse ist zwar ebenfalls nicht von schlechten Eltern, kann aber nicht mit dem Display-Niveau mithalten. Höhen klingen ein wenig zu grell, während Mitten und Bässe zu stark vermischt sind. Über den Kopfhörer reicht das auditive Klangerlebnis aber für den Großstadteinsatz locker aus.
D-Netz-Profi
Die vorinstallierten Handygames laufen allesamt völlig problemlos ab, sodass sich das
KC550 auch für anspruchsvollere 3D-Handyspiele empfiehlt. Dank des Neigungssensors lassen sich übrigens sechs sogenannte M-Toy-Spiele per Handbewegungen steuern, was im Falle der Dart-Simulation sehr witzig ist. Das luxuriöse TFT-Display ist sicherlich ein Energiefresser erster Kajüte, dennoch sollte ein GSM-Funker ausreichend lange auf Empfang bleiben. Im Falle des
KC550 sind es fünf volle Tage, was unter dem Strich glatter Durchschnitt ist. Besser ist es um die Sprachqualität bestellt, denn Nebengeräusche treten in der Regel nicht auf und die Klangfarbe ist recht natürlich. Die technische Paradedisziplin ist aber die Empfangsleistung. Insbesondere im D-Frequenzband bringt den Koreaner nichts so schnell aus der Ruhe.
[VT] 08.10.2008
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