Es ist mitunter fast schon skurril wie die beiden koreanischen Firmen Samsung und LG im Gleichschritt teilweise nahezu baugleiche Handymodelle auf dem Markt bringen. Das KC910 ist nämlich die direkte Antwort zum Samsung M8800 Pixon. Ein Blick in das Inventar verdeutlicht dies, denn auch das KC910 hat eine aufgebohrte 8-Megapixel-Kamera und einen Camcorder mit flotten 120 fps (Bilder pro Sekunde) unter Haube. Diese knipst aber leider - wie so oft - nur bei Tageslicht richtig gute Bilder. In geschlossenen Räumen muss man schon die zahlreichen Konfigurationen nutzen, um beachtliche Bilder zu erzielen. Ansonsten bietet das UMTS/HSDPA-Smartphone nahezu das gleiche Programm wie das M8880 von Samsung. Hinzugekommen ist allerdings eine W-LAN-Schnittstelle sowie eine 4 GB microSD-Speicherkarte. Dank eines Neigungssensors gibt es zudem eine witzige Würfel- und Glücksrad-Simulation. Ansonsten sind leider nur Demo-Games an Bord.
Very Touchy
Der Look und das Konzept ordnen den Koreaner klar als Touchscreen-PDA ein, wobei das Display aber nicht ganz so groß ausfällt wie beim Samsung M8800. Zwar lässt sich das KC910 auch mit den Fingern bedienen, doch wohlweislich haben die Macher einen Eingabestift samt schicker Kunstleder-Tasche beigelegt. Gut so, denn einige Icons sind für Fingereingaben etwas zu klein geraten. Um es auf den Punkt zu bringen: Mit der intuitiven Leichtigkeit eines iPhones kann das KC910 nicht mithalten. Das Bedienungskonzept hat zwar einige gute Ansätze, wie beispielsweise die virtuelle QWERTZ-Tastatur, doch insgesamt ist die Handhabung nicht in sich stimmig. In dieser Disziplin bleibt das kalifornische Kulthandy nach wie vor das Maß aller Dinge.
Glänzender Auftritt
Man muss den Designern allerdings das Lob aussprechen, ein richtig schickes Touch-PDA entwickelt zu haben. Durch den schwarzen Klavierlack und den drei Acryltasten auf der Frontseite weckt das Smartphone mit dem Beinamen Renoir durchaus Begehrlichkeiten. Die Kehrseite der Medaille: Die Oberfläche zieht Schmierflecken geradezu magisch an. Ästheten sollten daher immer ein Tuch parat haben. Soundtechnisch ist das KC910 ebenfalls ein Fall für Ästheten. Erstmals setzt LG nämlich den Tonstandard Dolby Mobile ein. Der Effekt macht sich durch einen breit aufgestellten 3D-Sound sowie staubtrockene Bässe bemerkbar. Gut gelöst: Der Sound strahlt nach vorne ab.
Edelfunker
Bei der Empfangsleistung haben sich die Entwickler beinahe selbst übertroffen, denn es kommt nicht häufig vor, dass der Signalbalken während der Testphase stets steil bleibt – in beiden Frequenzbändern. Ein ideales Handy somit für Menschen, die auf den Land leben. Weniger überzeugend ist die Sprachqualität. Stimmen klingen in der Regel dumpf und sind mit einer metallischen Färbung unterlegt. Nebengeräusche sind ebenfalls keine Seltenheit. Bei der Rufbereitschaft ist hingegen wieder alles im grünen Bereich. Trotz XXL-Touchscreen und UMTS-Netz versorgt der Akku das Handy locker fünf volle Tage mit Strom, selbst bei erhöhtem Telefonieraufkommen – das ist eine sehr gute Leistung für ein Touch-PDA!
[VT] 12.12.2008
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