Dass es auch ohne Tastatur geht, selbst ohne Eingabestift, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Bislang sind die so genannten Touch-Phones allerdings in der Regel ausgesprochene Business-Maschinen und recht preisintensiv. Nicht so das LG KP500. Laut Hersteller muss man dafür gerade einmal 229 Euro löhnen. Billig sieht der Koreaner glücklicherweise nicht aus, sondern angenehm schlicht-elegant und vor allem handlich-leicht. Bei genauerem Hinsehen wird allerdings klar, dass Metall-Applikationen und dickes Hartplastik dem Rotstift zum Opfer fielen.
Anti-Smartphone
Noch deutlicher sind die Sparmaßnahmen beim Inventar. Wer meint, er könne mit dem
KP500 den mobilen Geschäftsmann markieren, irrt sich gewaltig. Denn das vermeintliche Smartphone unterstützt keinerlei Breitband-Datenbahnen (noch nicht einmal EDGE) und ein Abgleich mit Outlook ist ebenfalls nicht möglich. Dafür gibt es immerhin Stereo-Bluetooth, einen microSD-Speicherkarten-Slot sowie das Otto-Normal-Organizer-Paket. Für Unterhaltung sorgt das bekannte Trio aus MP3-Player, UKW-Radio und Kamera. Letztere bietet eine Auflösung von immerhin drei Megapixel, wobei es aber keinerlei Blitzunterstützung gibt. Zocken kann man mit dem
KP500 auch, dank eines Neigungssensors sogar quasi im Handumdrehen. Sehenswert ist dabei vor allem die vorinstallierte Würfel-Simulation.
Display & Sound
Während der geräumige TFT-Touchscreen durch eine satte Auflösung von 240 x 400 Pixel ein Prise Luxus versprüht, sind die Soundqualitäten recht mäßig. Sobald man lauter stellt, kommen MP3-Tracks nicht nur blechern, sondern auch leicht verzerrt rüber. Die Klangqualitäten über den Kopfhörer erreichen immerhin Durchschnittsniveau. Und wie steuert sich der Koreaner? Gar nicht mal schlecht. Die Icons sind in der Regel fingerfreundlich geraten und die Menüstruktur lässt keine Fragezeichen entstehen. Allerdings klappt das Scrollen in langen Listen nicht reibungslos. Nur um die Mini-QWERTZ-Tastatur oder die Handschrifterkennung zu nutzen, benötigt man den geschickt versteckten Eingabestift.
Langer Atem
Einen spürbaren Vorteil hat die entschlackte Ausstattungsliste: Der Akku wird nicht so stark gefordert und ermöglicht daher eine verbesserte Rufbereitschaft. Selbst Vieltelefonierer müssen erst nach fünf bis sechs Tagen zum Netzteil greifen. Dass LG empfangsstarke Handys baut, ist mittlerweile bekannt. Auch mit dem
KP500 muss man schon in Grenzbereiche gehen, um den Balken in die Knie zu zwingen - in beiden Frequenzbändern. Die Sprachqualität hat hingegen zwei Gesichter. Einerseits werden Stimmen sehr laut und weitestgehend ohne Nebengeräusche übertragen, andererseits klingt der Gesprächspartner oftmals so, als würde er/sie in einer überdimensionalen Cola-Dose stehen.
[VT] 05.02.2009
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