Apple iPhone, T-Mobile G1, Nokia 5800 XM - aufwändige Multimedia-Handys mit Touchscreens erregen Aufsehen und sind entsprechend stark in der Presse vertreten. Die Branche selbst weiß aber nur zu gut, dass vor allem mit günstigen "Butter und Brot"-Handys wirklich Geld gemacht wird. Ein Fall für den Massenmarkt könnte das KS360 sein. Ausgestattet mit einer QWERTZ-Tastatur und Touchscreen, mutet es wie ein absoluter Preisbrecher an. Knuffig handlich und in peppigen Farbvariationen erhältlich ist der Koreaner auch noch - hier wird klar die junge Zielgruppe angesprochen. Die Verarbeitungsqualität ist angesichts des Preises okay. Allerdings wirkt der hauchdünne Akkudeckel doch ein wenig billig.
Gutes Inventar
Das Komfortprogramm weiß eigentlich nur eine klaffende Lücke auf: UMTS/HSDPA. Wer auf das 3G-Netz verzichten kann, freut sich aber über ein erstaunlich reichhaltiges Inventar. Stereo-Bluetooth, einen microSD-Speicherkarten-Slot, alle wichtigen Organizer-Funktionen, Radio, MP3-Player sowie eine 2-Megapixel-Kamera mit Videofunktion. Okay, halbwegs vernünftige Fotos sind nur bei Tageslicht möglich, aber immerhin. Angesichts des Kampfpreises von gerade einmal 179.- Euro fordert LG die Konkurrenz eindeutig heraus!
Nicht vollzählig
Das
KS360 lässt sich sowohl im Hoch- als auch im Querformat bedienen, sobald man die Tastatur hervorzieht. Das ist grundsätzlich nichts Neues und ermöglicht schnelle Texteingaben. Bei der Tastatur stören aber zwei Dinge: Erstens lassen sich die recht kleinen Knöpfe bei Tageslicht schlecht ablesen und zweitens gibt es keine Umlaute. Clever gelöst dafür: Um beispielsweise ein "ü" zu schreiben, muss man einfach nur längere Zeit auf das "u" drücken. Auch der Touchscreen ist nicht vollwertig. Er ist nämlich nur bei Zahlen/Text-Eingaben aktiv. Das Manövrieren im Hauptmenü erfolgt hingegen mit vier separaten Steuertasten, die zum Spielen von schnellen Handygames nicht optimal geeignet sind. Dafür überzeugt aber die einfache Menüstruktur.
Klare Verständigung
Während der Sound "so lala" ist, überzeugt die Sprachqualität durch eine präsente Stimmwidergabe ohne Nebengeräusche. Vor allem in der Einsteigerklasse keine Selbstverständlichkeit. Ordentlich ist es auch um die Rufbereitschaft bestellt. Selbst Quasselstrippen brauchen über das Wochenende kein Netzteil ins Reisegepäck nehmen. Bei moderater Nutzung sind fünf bis sechs Tage Dauerbetrieb drin. Telefonieren abseits gut abgedeckter Stadtnetze ist für diesen Fernöstler ebenfalls kein Problem. In beiden GSM-Frequenzen überzeugt das
KS360 durch sehr stabile Empfangswerte.
[VT] 12.02.2009
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