Vor kurzer Zeit schien Nokia noch der ewige Weltmarktführer zu sein, doch die blütenreine Fassade hat in den letzten Monaten deutliche Risse bekommen. Hauptgrund: Nokia hat den Touchscreen-Hype ein wenig verschlafen. Ein Beleg dafür: Samsung ist in Deutschland bis auf 6% Marktanteil herangerückt. Grund genug einen echten Smartphone-Hammer auf den Markt zu werfen, dem im Bereich Komfort ganz klar das Prädikat "Vollausstattung" gebührt. Features wie W-LAN, Stereo-Bluetooth oder GPS-Empfang sind hier nur eine Randnotiz wert. Für die Business-Fraktion ist zudem erwartungsgemäß alles an Bord, was das Managerherz begehrt. Cool: Die Konfiguration der E-Mail-Accounts klappt gespenstisch einfach und die 5-Megpixel-Kamera knipst ordentliche Fotos.
Tastensalat
Das
N97 mit dem iPhone zu vergleichen fällt vor allem optisch schwer, denn der Finne ist schon ein mächtiger – aber hochwertig verarbeiteter – Brocken. Neben einem XXL-Display finden Sie hier auch eine vollwertige Qwertz-Tastatur. Diese wird durch einen eleganten Schiebemechanismus freigegeben und lädt förmlich zum ausgiebigen Schreiben ein. Hier hat der Finne eindeutig einen großen Vorteil gegenüber dem iPhone. Einen Haken hat die Bauweise aber: Die klassische Kombination aus Joypad und umliegenden Steuertasten ist nicht gegeben, so dass Java-Games speziell auf die Bedürfnisse des
N97 zugeschnitten werden müssen. Ein echtes Zocker-Handy ist das
N97 somit nicht, auch wenn sich Pad und Tasten allesamt prima bedienen lassen.
Rekord-Display
Kaum zu glauben, aber das
N97 ist erst das zweite Mobiltelefon der Finnen mit Touchscreen. Frei nach dem Motto "Wenn schon, denn schon!" haben die Skandinavier einen regelrechten Rekord-Bildschirm eingebaut. Die Eckdaten sind wahrlich beeindruckend: TrueColor-Farbpalette und 360 x 640 Pixel Auflösung. Dank der Maße 4,3 x 7,7 cm ist das
N97 ein kleines Breitbandkino. Der Sound enttäuscht hingegen ein wenig. Trotz des großen Resonanzkörpers klingen Musikstücke nicht so voluminös und präsent, wie man es eigentlich erwartet hätte. Dennoch: Für die Beschallung von kleineren Räumen reicht die Performance aber locker aus.
Stromfresser
Angesichts der Power des
N97 (Taktfrequenz 434 MHz) ist es eine leichte Übung für das Smartphone, selbst anspruchsvolle Java-Games abzuspielen. Wirklich schade daher, dass es über keine klassische Joypad/Steuertasten-Kombination verfügt. Bei den Messwerten ragt vor allem die Empfangsleistung durch eine äußerst souveräne Vorstellung in allen Frequenzbändern hervor. Die Akkuleistung lässt sich hingegen schwer beziffern, da sie doch sehr stark von der täglichen Belastung abhängt. Während bei moderater Nutzungsintensität bis zu sechs Tage drin sind, zwingen Exzessiv-Nutzer den Akku hingegen bereits nach einem Tag in die Knie. Ein Netzteil sollte daher bei Wochenend-Ausflügen immer im Gepäck sein. Die Verständigung mit dem
N97 ist wahrlich nicht schlecht, allerdings mangelt es Stimmen ganz klar an Natürlichkeit – die typische Mobiltelefon-Krankheit eben.
[VT] 14.08.2009
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