Fernöstliche Unternehmen sind bekannt dafür, dass sie gerne einmal Ideenklau betreiben. Das verärgert zwar westliche Firmen, doch im Grunde sollten sie das Kompliment verstehen, denn Asiaten adaptieren nur Ideen, die sie bewundern. Dass koreanische aber auch eigene "Duftmarken" setzen können, beweist Samsung mit dem Pixon 12, dem ersten Kamerahandy mit einer integrierten 12 Megapixel-Kamera. Wobei man allerdings über das Pixel-Wettrennen fleißig diskutieren kann, denn für die Bildqualität ist die maximale Auflösung bekanntlich nur sekundär. Zumindest für eine Schlagzeile ist dieses Feature aber auf jeden Fall gut.
Multimillionär
3.000 x 4.000 Pixel, so liest sich die maximale Auflösung in nackten Zahlen. Hinzukommt eine ellenlange Liste an Bildoptimierungsprogrammen und Konfigurationsmöglichkeiten. Erwähnenswert ist dabei der „Beauty Modus“, der Schnappschüsse nachträglich optimiert, in dem beispielsweise Hautpartien gestrafft werden. Die Kamera selbst knipst bei Tageslicht bemerkenswert gute Fotos – nicht 100% farbecht, aber sehr scharf. In geschlossenen Räumen muss man hingegen die zahlreichen digitalen Hilfsmittel nutzen, um abzugstaugliche Bilder zu erzielen. Abseits der Kamera präsentiert sich das Pixon 12 als ein voll ausgestattetes UMTS-Smartphone, das aber eine Schwäche hat: Ein GPS-Empfänger steckt zwar unter der Haube, eine entsprechende Software muss aber erst insalliert werden.
Flinke Finger
Dafür liegt aber eine 2 GB Speicherkarte gleich im Karton, so dass das Musikarchiv reichlich gefüllt werden kann. Apropos Musik, die Soundqualitäten des Pixon 12 lassen leider zu wünschen übrig, denn der Klang ist fast schon aufdringlich blechern. Der geräumige Touchscreen und das ausgereifte Bedienungskonzept stimmen dafür wieder versöhnlich. Wie das iPhone reagiert der Bildschirm recht flott und präzise auf Gestensteuerung. Durch eine einblendbare Qwertz-Tastatur lassen sich außerdem recht flott längere Texte eintippen. Insgesamt zwar kein iPhone-Niveau, im Zusammenspiel mit der gut strukturierten Menüführung aber ein stimmiges Gesamtbild.
Empfangsschwächen
Weiterhin positiv ist die Akkuleistung zu bewerten. Trotz hoher Multimedia-Belastung und großem Display hält der Energiespender bei einer moderaten Nutzungsintensität locker fünf Tage am Stück durch. Weniger überzeugend ist die Empfangsleistung im D-Netz. Hier sackt der Empfangsbalken auffallend schnell in den Keller, wenn der nächste Mast weiter entfernt ist. Im E-Frequenzband sind die Werte immerhin durchschnittlich. Wer mit dem Pixon 12 telefoniert, darf sich bei stabilen Verbindungen über eine klare und recht natürliche Stimmwiedergabe freuen. Nur vereinzelt treten bei Telefonaten in Mobilfunknetzen Hintergrundgeräusche auf.
[VT] 25.09.2009
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