Erst spät hat sich Samsung im deutschen Smartphone-Markt engagiert, dafür dann aber geradezu verbissen! Im Monatstakt bringen die Koreaner PDA-Phones in den Handel, die sich wie das iPhone per Touchscreen steuern lassen. Das i900 ist dabei das klare Flaggschiff, wenn es um Komfort geht. Denn dieser Fernöstler ist mit wirklich allen technologischen Wassern gewaschen. Vollwertige GPS-Navigation mit Sprachführung, eine luxuriös ausgestatte 5-Megapixel-Kamera plus VGA-Camcorder, alle relevanten Datenbahnen, inklusive HSDPA und W-LAN, wahlweise 8 oder 16 GB Speicherplatz unter der Haube, und so weiter und so fort... Kurzum: Die Macher haben eine wirklich beeindruckende Ausstattungspalette in das PDA-Phone gesteckt, die kaum noch Wünsche offen lässt.
Touchscreen statt Tastatur
Gemessen am Monsterkomfort ist das i900 angenehm handlich und flach geraten. Allerdings gelang das den Designern nur mit einem Kompromiss. So lässt sich der Stylus nicht in das Gerät stecken. Stattdessen baumelt der Eingabestift an einer Schlaufe hängend am Gerät, was unterwegs doch ein wenig störend ist. Beeindruckend ist dafür der große Touchscreen mit einer Auflösung von 240 x 400 Pixel, der in einigen Menüebenen auch eine Steuerung per Fingerbewegung erlaubt (beispielsweise im Adressbuch). Die Auswahl an Tasten hält sich hingegen vornehm zurück. Abgesehen von zwei Knöpfen zur Rufannahme bzw. zur Beendigung von Telefonaten sowie einem kleinen Touchpad dominiert auf der Frontseite allein der Touchscreen. Das bedeutet wiederum, dass nur spezielle Java-Handygames auf dem i900 gezockt werden können.
Zwei Menüebenen
Der Eingabestift ist notwendig, da das i900 neben dem eigenen Samsung-Betriebssystem, parallel unter Microsoft Windows Mobile 6.1 Professional läuft. Letzteres ist nicht wirklich auf Fingerkommandos, geschweige denn auf Gesten ausgelegt. Zwar bietet dieses Betriebssystem eine exzellente PC-Synchronisierung und zahlreiche Businessfunktionen. Doch der Dialog beider Betriebssysteme erfordert eine sehr lange Eingewöhnungsphase. Selbst an sich einfache Aktionen gehen selten locker von der Hand. Apropos "Hand": auch die Steuerung per Fingergesten funktioniert lange nicht so elegant und intuitiv wie beim iPhone oder iPod touch.
Ordentliche Akkupuste
Das immense Ausstattungsprogramm und der XXL-Touchscreen sind klare Akkukiller. Dennoch schlägt sich das i900 in dieser Disziplin respektabel. Wenn der Nutzer nicht gerade die GPS-Navigation nutzt oder längere Surfsessions hinlegt, bettelt der Akku erst nach drei Tagen wieder nach Strom. Allerdings: Wer über das Wochenende verreist, sollte das Netzteil auf alle Fälle ins Reisegepäck stecken. Keinerlei Probleme bereit der Alleskönner bei der Empfangsleistung. Nur bei ausgesprochen geringer Netzabdeckung geht der Empfangsbalken in die Knie. Die technische Paradedisziplin ist jedoch die Sprachqualität. Bedingt durch den großen Resonanzkörper klingen die Stimmen angenehm voluminös und nicht so blechern wie bei vielen anderen Mobiltelefonen. Nebengeräusche treten außerdem nur selten auf.
[VT] 27.08.2008
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