Die Verwandtschaft zum U900 sieht man dem U800 nicht unbedingt an. Erstens handelt es sich um ein konventionelles Candybar-Handy und zweitens verzichteten die Macher auf das aufwändige Touchpanel. Als einziger Wiedererkennungswert ist die Schale aus gebürstetem Metall geblieben, die dem flachen Fernöstler ungemein hochwertig aussehen lässt. Bei der Ausstattung hat sich gegenüber dem großen Bruder wenig verändert. Die Kamera knipst allerdings nur noch Fotos in 3-Megapixel-Auflösung, respektive Videos mit mageren 176 x 144 Pixeln. Der Speicherplatz wurde im Gegenzug auf nahezu ein Gigabyte aufgerüstet. Da lässt sich das Fehlen einer microSD-Speicherkarte durchaus verschmerzen. Größere Ausstattungslücken weist das U800 nicht auf.
Physische Tastatur
Während Sie das U900 Soul nahezu ausschließlich über das mächtige Touchpanel befehligen, funktioniert das beim U800 über eine konventionelle Tastatur - und dass ist auch gut so! Insbesondere das robuste Joypad lädt durch die direkte und unkomplizierte Mechanik förmlich zum Spielen von Handygames ein. Denn auch die beiden Wipptasten liegen ausreichend weit entfernt. Die Zahlentastatur im flachen RAZR-Look überzeugt ebenfalls durch eine klare Anordnung und geräumige Drücker. Einzig der etwas zu hart ausgefallen Tastenhub ist dezent zu kritisieren, da er bei längeren Simsen die Finger stark beansprucht. Unter dem Strich aber eine sehr gute Vorstellung des Koreaners!
Spiegel-Display
Über 16 mio. Farben, QVGA-Auflösung und eine Maße von immerhin 3,0 x 4,2 cm. Von den nackten Zahlen her spielt das TFT-Display in der obersten Liga mit, zumal auch die Farbwidergabe überzeugt. Wer aber Handygames ungestört zocken möchte, sollte sich ein schattiges Plätzchen suchen. Denn durch die verspiegelte Frontseite treten bei Tageslicht überdurchschnittlich hohe Reflexionen auf - Zocken wird so schnell mal zum Blindflug. Auf der Soundseite muss sich der Nutzer mit einem großen Mono-Lautsprecher auf der Rückseite begnügen. Der entpuppt sich aber als recht dezibelstark und spielt auch in höheren Lautstärke-Regionen nahezu verzerrfrei auf. Insgesamt eine überzeugende Vorstellung, auch über das beigelegte Headset.
Mäßige Performance
Ernüchterung beim Benchmark-Test: Mit gerade einmal 1403 Punkten schrammt das U800 knapp an der Schulnote "Mangelhaft" vorbei. Für die Praxis bedeutet dies, dass aufwändige 3D-Games dadurch arg ins Schwitzen kommen können. Angesichts des flotten Joypads ein umso ärgerlicher Umstand. Auch bei den Netz-Messwerten leistet sich der Fernöstler Schwächen. So ist die Empfangsleistung, insbesondere im D-Netz, nicht berauschend. Die Stimmwiedergabe leidet zudem durch einen auffälligen, metallischen Klang und klar hörbare Nebengeräusche. Einzig die Akkuleistung kann überzeugen. Bei einer moderaten Nutzungsintensität bleibt das U800 locker mindestens eine komplette auf Empfang.
[VT] 13.08.2008
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