Prepaid-Geräte mögen zwar technisch unspektakulär sein, doch die günstigen Funker sorgen maßgeblich für Marktanteile. Aus diesem Grund engagieren sich die Handy-Manufakturen vor allem in diesem Bereich sehr stark. Die Hauptschwierigkeit liegt darin, möglichst viel Ausstattung für wenig Geld anzubieten. Beim Klapphandy R306 ist der Komfort für rund 100 Euro beachtlich: Bluetooth, Freisprecher, Diktiergerät, diverse Organizer-Funktionen, MP3-Player und selbst eine 1,3-Megapixel-Kamera steckt unter der leicht billig wirkenden Plastikhaube. Mit Hilfe der fünf Steuertasten auf der Frontseite lässt sich außerdem auch im geschlossenen Zustand das UKW-Radio bedienen. Der Parkplatz für Daten ist hingegen sehr eng, denn gerade einmal rund 7 MB müssen ausreichen.
Alles rund!
Im aufgeklappten Zustand kommt ein weiteres positives Merkmal zum Vorschein: Die kreisrunden Tasten sehen alles andere als billig aus. Das Steuerkreuz könnte zwar ein wenig größer sein, doch für schnelle Java-Games eignet sich das Joypad sehr gut, zumal die umliegenden Steuerknöpfe ausreichend weit entfernt sind. Auch die Zahlentastatur leistet einen pflichtbewussten Dienst. Die Drücker sind zwar ebenfalls nicht die Größten, doch der Druckpunkt und Tastenhub sind gut ausbalanciert. Eine absolut alltagstaugliche Tastatur ist also auch in der 100-Euro-Klasse möglich. Insgesamt sieht das
R306 aber ohnehin recht vorzeigbar aus, auch wenn das Hartplastik nicht das hochwertigste ist.
Gute Audio-Qualitäten
Am TFT-Display erkennt der Besitzer dafür sofort, wo der Rotstift angesetzt wurde. Über 65.000 Farben und die Maße von 3,0 x 3,8 cm sind zwar absolut okay, doch durch eine Auflösung von gerade einmal 128 x 160 Pixel sehen alle Java-Games recht grobpixelig aus. Umso besser ist es dafür um die Soundqualitäten bestellt. Zwei große Lautsprecher auf der Frontseite machen mächtig Dampf, ohne dass die Songs verzerrt klingen. Für ein Handy dieser Preisklasse ist das ein beachtliches Ergebnis. Der Klang über den beigelegten Kopfhörer kann ebenfalls überzeugen, auch beim Nutzen des komfortabel ausgestatteten Radios.
Kaum Java-Puste
Der Java-Benchmark-Test sorgt für ein Novum: Das Programm startet auf dem
R306 nicht, da der Günstig-Funker offensichtlich nicht 3D-Grafiken verarbeiten kann. Somit laufen nur zweidimensionale Java-Games auf dem Klapphandy einwandfrei. In der freien Version ist die witzige Stuntman-Simulation "Johnny Crash Does Texas" im Speicher, und dieses Game läuft absolut ruckelfrei. Zur Technik: Mit einer Rufbereitschaft von rund fünf Tagen wird dem Netzteil zwar eine akzeptable Pause gegönnt, für ein Prepaid-Handy ist die Akkuleistung aber nicht berauschend. Das gleiche lässt sich leider auch über die Sprachqualität sagen. Vor allem bei Telefonaten innerhalb von Mobilfunknetzen klingen die Stimmen teilweise unangenehm blechern, sodass die Verständigung darunter leiden kann. Auch die Empfangsleistung dümpelt in beiden Frequenzbändern im unteren Durchschnittsbereich.
[VT] 03.09.2008
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